Abschied von Erika Gottfroh

Heute haben wir in einer würdigen ökumenischen Trauerfeier Abschied von Erika Gottfroh genommen. Erika  hat die letzten 19 Jahre ihres Lebens – ihrer „vielen Leben“ – im Rieselfeld verbracht und wird immer bei uns sein.

Hier die Rede von Daniela Mauch am 4. April in der Maria-Magdalena-Kirche.

Nachruf Erika Gottfroh

Wir haben zusammen gelacht, geredet, Ideen gesponnen. Wir haben uns ausgetauscht, Netze geknüpft, diesen Stadtteil gestaltet.

Jede und jeder hat seine eigene persönliche Erinnerung an Erika Gottfroh, eine Erinnerung die bleiben wird, auch wenn Erika gegangen ist.

Der KIOSK-Verein verdankt Erika Gottfroh viel, der ganze Stadtteil verdankt ihr viel.

1999 ist Erika in das Rieselfeld gezogen, mit knapp über 70 Jahren, ist angekommen und hat sich eingebracht in die entstehende Gemeinschaft. Die Gesellschaft zu gestalten, sich einzumischen, etwas zu bewegen, damit auch mal anzuecken, etwas durchzusetzen, damit es gut wird, für den Stadtteil, für die Menschen, das war ihr eine Selbstverständlichkeit.

Sehr bald engagierte sie sich in der neu gegründeten Seniorengruppe, die neben den vielen Angeboten für Familien und Kinder, für die älteren Stadtteilbewohner ein wichtiger Treffpunkt wurde. Lange Jahre war Erika mit weiteren Senioren in der Organisation und Vorbereitung der Exkursionen und Vortragsnachmittage engagiert. Hier gäbe es manches zu erzählen.

Im K.I.O.S.K.-Verein war Erika Gottfroh sehr bald in der aktiven Mitgliedschaft engagiert, brachte Ideen ein, wie das Stadtteilzentrum zu gestalten sei. Als es galt, den KIOSK-Vorstand neu mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers zu besetzen, übernahm Erika mit 5 weiteren Rieselfeldern die Verantwortung. Vom 25.Juni 2002 bis 1. Dezember 2003 war Erika Gottfroh in der Übergangszeit Mitglied des Vorstands. Hier war sie für das Personal, den KIOSK-Laden und das Stadtteilzentrum zuständig.

In den ersten Jahren im KIOSK-Laden, als es galt den Cafébetrieb zu erproben und den Mittagstisch zu entwickeln, war Erika mit ihren Ideen und Vorschlägen stets zu Stelle, manchmal auch kritisch und hinterfragend – eine Qualitätstesterin war sie, damit die Sache richtig gut wird. 2002 und 2003 hat Erika dann, in vielen Gesprächen und Verhandlungen mit der Stadt erreichen können, dass das Glashaus ein richtiges Café und nicht nur einen Aufenthaltsraum mit Kaffeeautomat bekommt. Die Verantwortlichen der Stadt haben das Gelingen des Experiments EhrenamtsCafé mit Mittagstisch erst durch Erikas Hartnäckigkeit in Erwägung gezogen.

Es gäbe noch viele Geschichten zu erzählen, so wie Erika auch immer gerne Geschichten erzählt und gehört hat: Geschichten vom Rollatoren-Lauf bei der Rieselfeld-Meile, oder von der Zukunftswerkstatt von ÄwiR, von der Exkursion der Cafégruppe nach Köln. Sicher wird es dazu noch Gelegenheiten geben, sich zu erinnern und zu erzählen.

Erika Gottfroh war eine herzliche und herzhafte Netzwerkerin, sie brachte Menschen zusammen, sie war verbindlich und interessiert an den Menschen. Im wahrsten Sinne des Wortes war Erika eine Gesellschafterin, eine Frau, die die Gesellschaft, die Stadt, das Quartier gestaltete.

Viele Menschen waren mit ihr unterwegs in den letzten Jahren, hier im Rieselfeld. Sie wird uns fehlen, sie wird einigen Menschen besonders fehlen.

Vielleicht gelingt es uns ja, ein Stückchen Erika-Haltung weiterzutragen, Nachbarschaft aktiv zu leben, die Türen zu öffnen, sich zum Kaffee einzuladen, zum Weißwurst essen. Vielleicht gelingt es uns ja, neue Netze zu knüpfen, die jene Menschen tragen, die nun besonders trauern. Möge Erika uns in Erinnerung bleiben!

K.I.O.S.K. sagt Danke.

Daniela Mauch, Geschäftsführerin von K.I.O.S.K. im Rieselfeld e.V.

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