Protokoll der Stadtteilkonferenz 10. November 2020 – online

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Stadtteilkonferenz 10. November 2020 – online 20.15 Uhr – 21.45 Uhr
32 Teilnehmerinnen Plattform: Big Blue Button (Open Source) Leitung: Andreas Roessler (Vorsitzender BIV e.V.), Ulrich Plessner (Vorsitzender KIOSK e.V.) 4 Moderatorinnen: Andreas Roessler, Ulrich Plessner, Daniela Mauch, Norman Pankratz
Protokoll: Sigrid Hofmaier
Aus der Stadtteilarbeit bei K.I.O.S.K. im Rieselfeld e.V.
Zu Beginn berichteten KIOSK-Geschäftsführerin Daniela Mauch und Quartiersarbeiter Norman Pankratz über die Herausforderungen der vergangenen Monate in und mit der Pandemie. Die Einschränkungen seien enorm und die Erreichbarkeit im ersten Lockdown nicht durchgehend persönlich gegeben gewesen. Dass auf die Schnelle mit verlässlichen Partnern wie BIV, SvO, Kirchengemeinden und Polizei aufgebaute „Rieselfelder Hilfenetz“ habe jedoch die erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden.
Für die KIOSK-Gruppen ist seit März keine normale Aktivität mehr möglich, da sozialkulturelle Veranstaltungen nicht stattfinden dürfen. Ideen zu Alternativen wurden viele gesponnen, doch die Umsetzung scheiterte dann meist an den Corona-Auflagen. Wichtig sei, so Daniela Mauch, dass der Zusammenhalt der Menschen trotz dieser langen Durststrecke erhalten bleibe, damit das soziale Netz, das Ehrenamtliche im Stadtteil aufspannen, trägt. Zwischen dem Ende des ersten Lockdowns, über die Sommerferien undbis zu den Herbstferien habe man immerhin die Räume im Glashaus – mit entsprechenden Auflagen – vermieten können. Leider konnte trotz großer Anstrengungen das beliebte Glashaus-Café nicht gehalten werden und musste Ende Oktober schließen. Neben Corona waren durch Brandschutzauflagen und die Neuordnung der Quartiersarbeit einschneidende Veränderungen gegeben, die einen weiteren Betrieb unmöglich machten. Zwei Termine zur Ideenfindung für eine mögliche Fortführung sind für den 27. und 28. Januar 2021 angesetzt.
Im November-Lockdown sei es gelungen, trotz offizieller Schließung des Glashauses für die Rieselfelderinnen und Rieselfelder im Info-Büro ansprechbar zu bleiben und sowohl Sozialberatung als auch Elternberatung weiter anbieten zu können. Das in den Sommermonaten etablierte KIOSKmobil zur dezentralen Quartiersarbeit soll nun, nach Rückkehr des Quartiersarbeiters Norman Pankratz aus der Elternzeit, ausgebaut und regelmäßig eingesetzt werden.
Sehr wichtig sei es, den Zusammenhalt der traditionell vielen Ehrenamtlichen im Rieselfeld aufrechtzuerhalten. Nicht alles sei online gut aufzufangen – auch wenn es einige kreative Ideen, wie z.B. die Online-Disco gab. Wie es im Dezember weitergeht, konnte an diesem Abend noch niemand sagen. Sollte es eine Teilöffnung geben, können die Räume unter Einhaltung der Corona-Auflagen wieder vermietet werden.
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Von mehreren Seiten positiv erwähnt wurden die Aktivitäten von KjK – Kinder & Jugend in KIOSK: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren auch im Lockdown für die Kinder und Jugendlichen da, dachten sich viele Aktionen aus und fingen mit ihren Angeboten so manche Unsicherheit und Desorientierung auf. Die Planung und Durchführung des gelungenen 20-jährigen Jubiläums im Oktober trotz Corona-Einschränkungen wird den Beteiligten sicher als besondere Zeit in Erinnerung bleiben. Sammy Woldu berichtet, dass KjK auch weiterhin vor Ort ist. Alle Corona-Regeln werden eingehalten. Er dankt für die Wertschätzung der Arbeit.
Aus den Institutionen
Vertreterinnen der Schulen, Kitas und Waldkindergärten sprachen über ihren Umgang mit der Pandemie, die allen enorm viel abverlangte. Mittlerweile, so der überwiegende Tenor, habe man sich mehr oder weniger an die Situation gewöhnt und könne damit umgehen. Priorität habe an allen Stellen die Gesundheit und der Zusammenhalt. Das betonte auch Joachim Zieske, Leiter des Rainer-Bernhardt-Hauses für Menschen mit Behinderung: Bisher sei keine/r der Bewohnerinnen und Bewohner positiv getestet worden. Vonseiten der Kirchengemeinden und der Schulen wurde die Notwendigkeit einer stabilen Vernetzung für die Zukunft betont: Bildungs- und Besuchs-Patenschaften, die in der Pandemie entstanden sind, könnten weiter auf- und ausgebaut werden. Der bisherige Hilfspool könne nun punktuellen und bedarfsorientierten Angeboten weichen. Ziel sei es, Menschen aus ihrer Isolation zu holen und miteinander in Verbindung zu bringen. Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Zusammenhang auch das stadtweite Online-Netzwerk „freiburghältzusammen“ (freiburghaeltzusammen.de). Wer dort den Suchbegriff „Rieselfeld“ eingibt, findet bereits etliche Institutionen mit aktuellen Informationen. Lokal kaufen! Gabi Obi (rieselfeld.biz) appelliert an die Rieselfelder Bürgerinnen und Bürger, die lokalen Geschäfte, Gastronomie und Einrichtungen durch Einkauf und Bestellung/Abholung vor Ort zu unterstützen: Nur so könne diese Infrastruktur auch in der Krise bestehen. Auch der Riesefelder Wochenmarkt freue sich über Käuferinnen. Alle Marktverkäufer sind auf rieselfeld.biz verzeichnet. Gabi Obi weist darauf hin, dass sich alle Rieselfelderinnen auf rieselfeld.biz präsentieren können. Engagement des BürgerInnenVerein Rieselfeld BIV e.V. Ein außerordentlich aktiver Sommer liegt hinter dem Vorstand des BürgerInnenVereins Rieselfeld BIV e.V.: Neben diversen Aktionen zum Schutz des Naturschutzgebiets, darunter eine Begehung sowie Entwicklung eines Infoflyers und Aufstellung einer Infowand am Bollerstaudenweg, war vor allem die Schonung des Langmattenwäldchens zwischen Rieselfeld und dem projektierten neuen Stadtteil Dietenbach das vorherrschende Thema. Das entsprechende Positionspapier und der bislang von über 1.300 Rieselfelderinnen unterzeichnete Appell findet sich auf biv.rieselfeld.org. Harald Kiefer bittet als Sprecher des AK Dietenbach um weitere Unterschriften. Diese können bis 25. November in den
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Briefkasten hinter dem Glashaus geworfen werden. Der Appell wird am 26. November an OB Martin Horn übergeben.
Heiner Sigel, Sprecher des AK Verkehr im BIV, weist auf zwei Themen hin: Die kurze Fußgängerzone Max-Josef-Metzger-Straße bis Jean-Monnet-Straße mit 2 Spielplätzen ist Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Bei einem Ortstermin mit Mitarbeitern des GuT wurde beschlossen, dort eine Z-Verschrankung zu installieren, um motorisierte Fahrzeuge abzuhalten. Das Thema Parkplätze für Eltern der Kinder in der KiTa Adelheid-Steinmann-Straße ist noch nicht endgültig entschieden. Es gab Einsprüche von Anwohnern der Adelheid-Steinmann-Straße wg. Der Ausweisung von 3 Parkplätzen für Kurzzeitparker.
Weitere Themen: Ausbau der Rheintalbahn, Fuß- und Radentscheid
Das Dauerthema Ringschluss der VAG ist weiterhin virulent; der BIV ist in Gespräch mit der VAG.
Ruhestörung und andere polizeirelevante Themen
Der Leiter des Rieselfelder Polizeipostens, Matthias Kiefer, informierte über die Auswirkungen des Corona-Lockdowns und der folgenden Sommermonate: Im vergangenen halben Jahr gab es 32 Anrufe wg. Ruhestörung; innerhalb eines Jahres wurden 54 Einsätze protokolliert, davon zwei im Naturschutzgebiet und einer beim Grillplatz an der Mundenhofer Straße. Bei der Vogelbeobachtungsstation wurde zwei Mal ein junger Obdachloser angetroffen, der sich danach im Wald einquartiert hatte. Er wurde drei Mal angezeigt, danach gab es keine Beobachtungen mehr. Die Polizei ist seit dem Spätsommer verstärkt mit Segways unterwegs – auch im NSG und am Opfinger See. Am 8. Oktober hat die Polizei über Social Media auf die Probleme der Ruhestörung im NSG aufmerksam gemacht. Damit wurden knapp 17.000 Personen erreicht. Im nächsten Frühjahr soll die Aktion wiederholt werden.
Annette Schuck (Vorstand KIOSK e.V.) berichtet über die Situation im Walddreieck während des Lockdowns. Im vergangenen Jahr habe sie die Ruhestörungen und Vermüllungen häufig bei Herrn Kaltenbach gemeldet. Im Lockdown habe sich die Situation verbessert – auch dank der Polizeikontrollen. Zu Halloween 2020 habe es nun wieder Zerstörungen gegeben; außerdem heftige Böllerzündungen/Kanonenschläge, evt. In die Kanalisation. Viele Nachbarn regten sich darüber aus, riefen aber nicht bei der Polizei an. Oft gebe es die Rückmeldung: „Wegen sowas rufe ich doch nicht die 110 an.“ Da gebe es eine große Hemmschwelle. Annette Schuck weist darauf hin, dass die vielen dunklen Zonen im Rieselfeld sich nicht bewährt hätten. Das solle man bei der Planung für Dietenbach berücksichtigen
Nicole Görgen (Waldkindergarten) bedankt sich „von ganzem Herzen“, dass die Polizei des Öfteren am Waldkindergarten vorbeigefahren ist. Sie und die Kolleginnen hatten Angst, dass ihre Wagen bei den Partys in Mitleidenschaft gezogen würden. Matthias Kiefer verlässt den Polizeiposten Rieselfeld zum Jahreswechsel. Andreas Roessler bedauerte das und dankte ihm für die gute Zusammenarbeit. 4 Quartiersarbeit Rieselfeld: Zielvereinbarungen und Planung 2021 In der Zielvereinbarung über die Zukunft der Quartiersarbeit im Rieselfeld haben folgende Bereiche Priorität: Engagementförderung, aufsuchende Quartiersarbeit, gemeinsamer Fahrplan mit der Stadt über Ressourcen und Planungen. Eine kontinuierliche Dokumentation führt zu einer verlässlichen Evaluation. Die Gestaltung der Zielvereinbarungen ergab sich in einer bilateralen Verständigung mit dem Kommunalen Quartiersmanagement der Stadt Freiburg. Diese ergaben sich aus den von der QA Rieselfeld genannten Bedarfen und Themen. Sascha Oehme, Kommunales Quartiersmanagement der Stadt Freiburg ist „sehr zufrieden“ mit diesem vierstündigen „Zielvereinbarungsmarathon“: „Für uns ist ganz wichtig, auf Augenhöhe zu agieren. Wir haben 13 Quartiere und können nicht alles durchschauen und überwachen. Sie haben eine sehr leistungsstarke Quartiersarbeit. Damit sind wir sehr zufrieden.“ Auf Nachfrage kann diese Zielvereinbarung auch veröffentlicht werden. Daniela Mauch: „Danke für die intensive Zusammenarbeit. Norman und ich starten jetzt in die Jahresplanung 2021. Was sind die Big Points für das nächste Jahr? Alleinerziehenden-Arbeit, Ehrenamtsförderung, Café, Qualifizierung, Markt der Möglichkeiten, Generationenwechsel. Da können wir für die einzelnen Institutionen über die QA eine große Unterstützung sein.“ Bedeutsam wird diese Veränderung auch für das Glashaus sein, denn wenn Quartiersarbeit mehr im Quartier tätig sein wird, werden die personellen Ressourcen für das Glashaus reduziert sein. Dem Rieselfeld steht eine ganze Stelle für Quartiersarbeit zur Verfügung: 80 Prozent deckt Norman Pankratz ab, 20 Prozent Daniela Mauch. Schulsozialarbeit am Kepler Gymnasium: Matthias Rudolph berichtet Schulsozialarbeiter Matthias Rudolph lobt die Kepler-Schülerinnen für ihr Verhalten. Sie hielten sich an vielfältigen und nicht immer einfachen Regeln. Er macht darauf aufmerksam, dass die Schülerinnen in der Pause „nicht wissen, wo sie hinsollen“: Im Schulgebäude dürfen sie sich nicht aufhalten; draußen nur zu zweit. Matthias Rudolph bittet darum, „sanft zu intervenieren“, wenn in der Öffentlichkeit Schülerinnen in Gruppen gesehen werden. Bei kleineren Vorfällen sollte man nicht vergessen, dass die Jugendlichen es nicht leicht haben. „Ich versuche mit den Bedingungen umzugehen, die da vorherrschen.“
Abschließende Worte Andreas Roessler Die erste Digital-Konferenz hat ganz gut geklappt: Technische Grundprobleme liegen wohl eher an der eigenen Hardware. Appell: Austesten, was geht und was aufgerüstet werden kann – Upgrading der eigenen Möglichkeiten. Evt. könnte man die Stadtteilkonferenz in dieser Form auch zweimal jährlich abhalten.
Glasfaser-Leitungen ab Februar 2021 im Rieselfeld als Pilotprojekt

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