Statement unserer Geschäftsführerin Daniela Mauch zum Gutachten „Quartiersarbeit“

logo_webGutachten sieht starken Wildwuchs bei Quartiersarbeit, Badische Zeitung vom 15. September
Wenn dies so kommt….

…wird meinem Arbeitgeber (K.I.O.S.K. im Rieselfeld) das schlagende Herz herausgenommen und ein wirkungsvolles Instrument der Bewohnerbeteiligung zerstört.

Der „Mittagstisch“ im Glashaus ist einer der zentralen Treffpunkte für BewohnerInnen, hier findet soziale Netzwerkarbeit statt, hier werden Menschen unterstützt und BewohnerInnen finden eine sinnvolle, teils ehrenamtliche, teils bezahlte Tätigkeit. Der Mittagstisch im KIOSK wird nicht durch städtische Gelder finanziert, sondern trägt sich selbst durch die Einnahmen. Dadurch wird ein Mehrwert geschaffen, soziale Ökonomie, die es 8-10 Frauen aus dem Stadtteil ermöglicht in ihrem sozialen Umfeld einer bezahlte Tätigkeit nachzugehen und ausgebildet zu werden – ohne Transferleistungen vom Jobcenter oder andere Projektmittel.

Die sozial-kulturelle Arbeit, die durch unglaublich viele BewohnerInnen durchgeführt wird, ist ein essentieller Teil der Quartiersarbeit. Hier wird der Sozialraum positiv gestaltet, und Menschen mit niedrigem Einkommen können auch einen Filmabend, einen Vortrag, ein Konzert besuchen – so entsteht Nachbarschaft im Quartier, Nachbarschaft die trägt und für sozialen Frieden sorgt.

Die über 150 ehrenamtlichen Engagierten, der achtköpfige Vorstand bedürfen eines back office, damit sie ihren Stadtteil gestalten können, der auch sozial bzw. wirtschaftlich Schwächere mitträgt.

Im Café im Glashaus sind rund 50 Ehrenamtliche aktiv, Menschen aus der Nachbarschaft, die durch die Tätigkeit bei uns, wieder einen Fuß in den regulären Arbeitsmarkt bekommen. Häufig finden Ehrenamtliche, manchmal nach einigen Jahren, wieder eine Anstellung durch die Unterstützung, die sie in ihrer Tätigkeit erfahren haben. Dies ist Hilfe zur Selbsthilfe – Menschen bekommen ihr Leben wieder in den Griff und finden Kontakte, die sie im Alltag unterstützen.

K.I.O.S.K. feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen, ist entstanden im Rahmen des Modellprojektes „Quartiersaufbau Rieselfeld“. Das Jubiläumsmotto ist Gemeinsam. Leben. Gestalten.

Im Januar ehrte Bürgermeister von Kirchbach die über 150 ehrenamtlich Engagierten, die im Rahmen der Quartiersarbeit im Stadtteil zugunsten aller StadtteilbewohnerInnen aktiv sind, sich für Flüchtlinge einsetzen, im Projekt Älter werden im Stadtteil (ÄwiR) engagiert sind.

All dies soll keine Quartiersarbeit sein?

Und nun dies – ich verstehe die Welt nicht mehr! Ich bin maßlos enttäuscht…

Daniela Mauch
Geschäftsführerin von K.I.O.S.K. im Rieselfeld e.V.
Trägerverein von KjK/ Offene Kinder- und Jugendarbeit, der Quartiersarbeit und der Schulsozialarbeit am Kepler Gymnasium

1 Antwort

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] mit der Quartierarbeit einhergehende Komplexität wird deutlich, wenn man die Stellungnahme der Geschäftsführerin des „kiosk im Rieselfeld“ zum Bericht […]

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.